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Preview zu "Anno: Erschaffe eine neue Welt"

Autor: Christian Levenig (prime) und Samuel Röhlen (Sammydluxe) für WiiG7. April 2009

Als vor nicht allzu langer Zeit ein Titel des weltbekannten Aufbauspiels "Anno" für die Wii angekündigt wurde, staunte die Spielergemeinde nicht schlecht. Viele wunderten sich über diesen Schritt, weshalb die Ankündigung eher auf Missmut und Skepsis stieß, als auf Begeisterung und Vorfreude. Schlussendlich lud Ubisoft höchstpersönlich zu einem ausgiebigen Anspielen des bisher vorhandenen Spielematerials ein, was sich auch das Team von WiiG nicht hat entgehen lassen. Unsere Eindrücke schildern wir in den folgenden Zeilen.

Die Vorräte werden knapp!

Die Umstände im Prolog des Spiels könnten wahrlich besser sein: Eine Stadt, der langsam aber sicher die Vorräte ausgehen, eine wütende Bevölkerung und dazu ein mit der Situation überforderter König. Dieser schickt seinen Sohn Cornelius, dessen Rolle wir im Spiel übernehmen, los, um auf den nahegelegenen Inseln nach neuen Rohstoffen zu suchen. Doch nicht nur wir werden mit diesem gewiss schweren Auftrag belastet, sondern auch unser fabelhafter Bruder, für den diese Aufgabe ein Klacks zu sein scheint. Im Laufe unseres sieben Kapitel starken Abenteuers werden wir ihm noch häufiger begegnen, ob gewollt oder nicht...

Anno für Jedermann

Ubisoft wollte bei der Wii-Version von "Anno: Erschaffe eine neue Welt" einen anderen Weg gehen als zuvor. Das Spiel sollte sowohl die alten Anno-Veteranen, aber vor allem auch die unerfahrenen und eher gelegentlich spielenden Leute begeistern und ihnen einen leichten Einstieg gewähren.

Das erste Kapitel, das wir anspielen durften, ist quasi ein einziges großes Tutorial, in dem wir alle wichtigen Grundzüge des Spiels erlernen. Hier fängt jeder bei Null bzw. beim Hausbau an, lernt das Straßenbauen und diverse Regeln und Richtlinien, wie eine gute und funktionierende Siedlung auszusehen hat und erbaut letztendlich seine erste, eigene Stadt. Dabei wird man aber keineswegs von Informationen erschlagen, sondern man wird Stück für Stück und vor allem in logischen Abschnitten an die vielen Feinheiten des Spiels herangeführt.

Inhaltlich bietet Anno einen guten Mix aus Altbewährtem und neuen Elementen. Das Stufensystem innerhalb der Bevölkerung wurde beibehalten, sprich, man beginnt mit einfachen Dorfleuten, die man jedoch nach einem gewissen Zeitaufwand in höhere Ränge wie Siedler oder Aristokraten austeigen lassen kann. Auch das Bedürfnissystem ist nach wie vor vorhanden: Die Einwohner einer Stadt haben Grundbedürfnisse, die stets erfüllt sein müssen (ein Beispiel hierfür ist Nahrung), sowie diverse anderer Bedürfnisse, die man nicht zwangsläufig erfüllen muss, die aber für den Aufstieg in die höhere Bewohnerklasse notwendig sind (beispielsweise eine Kapelle in der Nähe).

Die Bewohner halten einen stets auf Trapp, sei es, weil ein Feuer ausgebrochen ist oder weil die Steuern zu hoch sind, irgendwas gibt es stets zu erledigen, was dem Spiel viel Abwechslung und Charme verleiht.

Ein weiteres Element ist selbstverständlich das Anlegen und Ausbauen der Infrastruktur. Anno-typisch beginnt man zunächst mit einem sogenannten Kontor (eine Art Hauptbasis und Lager), in dessen Umgebung man dann Häuser, oder Betriebe setzt. Das Kontor hat aber nur ein festgelegtes Einflussgebiet, baut man also auf gut deutsch gesagt seine Häuser in der Pampa, so ist ein Markthaus nötig, was im Prinzip die gleichen Zwecke erfüllt, wie ein Kontor. Natürlich stehen einem wieder viele verschiedene Häuser und Einrichtungen zur Auswahl, welche wir in einem übersichtlichen und logisch angeordneten Ringmenü auswählen und bauen. Von der Fischerhütte über den Steinmetz bis hin zu den Schneidereien des seltenen und wertvollen Hanfs findet sich hier alles, was eine kleine Siedlung braucht.

An Umfang solls nicht mangeln...

Auch wenn der Storymodus schon einen durchaus guten Eindruck macht, Ubisoft legt nach und spendiert dem Spiel haufenweise kleine und große Extras, die Motivation und Wiederspielwert in die Höhe ziehen sollen. Zum einen wären da die Medaillen, die man am Ende eines Kapitels verliehen bekommt. Je nach Geschwindigkeit und Effektivität bekommt ihr einen, zwei oder drei Sterne verliehen. Obendrauf kommen die olympischen Bronze-, Silber und Goldmedaillen, die für den absolvierten Schwierigkeitsgrad stehen. Während man in der leichten Kampagne sorglos spielen kann und stets genug Geld zur Verfügung hat, wird es bereits auf mittlerem Schwierigkeitsgrad um ein ganzes Stück anspruchsvoller. Spielt man die Kampagne auf hart, so ist ein sehr effizientes Bauen und Wirtschaften ein absolutes Muss, andernfalls ist im ersten Kapitel Schluss. Dennoch gibt sich das Spiel spendabel, so werden einem insgesamt fünf Kredite à 5000 Goldstücken gewährt, bevor man endgültig pleite ist. Gerade im leichtesten Schwierigkeitsgrad ist so stets für ausreichend Vermögen gesorgt, sollte es ähnlich wie bei unserem Anspielen schon hier zu finanziellen Engpässen kommen. Auch hat man kurz zu Microsoft 'rüber geschielt und diverse Achievements eingebaut, die man im Laufe des Spiels erreichen kann.

Da Seefahrten und die Entdeckung neuer Inseln diesmal wieder eine zentrale Rolle spielen, gibt es diverse Schatzkarten im Spiel, mit denen man in bester Wind-Waker-Manier den Schatz aus dem Meer bergen kann. Jedoch muss man diesen schnell zu einer Insel bringen, da ansonsten die auf dem Meer befindlichen Piraten auf euer Schiff aufmerksam werden. Alle diese kleinen, aber liebevollen Details haben uns beim Anspielen sehr gut gefallen und sind sicherlich eine Bereicherung für das gesamte Spiel, da man so wesentlich häufiger für etwas belohnt wird, als in vorherigen Teilen.

Zu guter Letzt soll das Spiel aber nicht nur einzelne Couch-Potatoes vor die Konsole locken. Einen Online-Modus wird es zwar nicht geben, dafür aber einen Koop-Modus, bei dem der zweite Spieler hilfreich ins Spielgeschehen eingreifen kann. Mit einfachen Klicks lassen sich so Brände löschen, Feuerwerke zünden (was die Bewohner glücklicher macht) oder einfach Orte zeigen, um dem Mitspieler zu helfen.

Komfortabel und variantenreich...

...präsentiert sich die Steuerung des Spiels. Es gibt eine Remote-only-Variante, bei der die Knopfbelegung größtenteils identisch mit der Nunchuk-Version ist. Der große Unterschied ist jedoch das Scrollen auf der großen Karte, bei der Wiimote funktioniert das mithilfe des gedrückten A-Knopfes und anschließenden Ziehens, ein angeschlossenes Nunchuk hingegen ermöglicht das weitaus bequemere Scrollen per Analogstick. Insgesamt ist die Steuerung gut gelungen, bedarf aber etwas Eingewöhnungszeit, bevor man sich zielsicher durch die Menüs und die Karte bewegt. Egal welche Variante man wählt, das Bauen erfolgt stets über die Pointerfunktion der Remote, was ebenfalls nach den ersten paar Häusern leicht von der Hand geht.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Diese Frage passt eigentlich perfekt zu der Darstellung des Spiels, denn hier wählte man bewusst eine eher schwächere comicartige Grafik, die aber dennoch gut zum Geschehen passt. Die Städte sollten nicht zerbrechlich und unantastbar aussehen, sondern eher wie eine muntere und belebte Stadt, an der man gerne herumbastelt, so Andreas Suika über die Grafik des Spiels, womit das Spiel auch eher die Gelegenheitsspieler anspricht. Die Zwischensequenzen bestehen aus leicht scrollenden Standbildern, welche für einen optisch coolen Effekt sorgen. Die Inseln sowie die Häuser sehen quietschbunt aus, beim Heranzoomen sieht man aber leider, dass freie Umgebungen teilweise trist und matschig aussehen.

Beim Sound fällt vor allem die permanente Sprachausgabe auf, wodurch die zahlreichen Texttafeln theoretisch umgangen werden können. Ob es nun ein Tipp oder der Storyverlauf ist, stets bekommt man das Gesagte auch akustisch zu hören. Wer auf die Tipps und die Kommentare verzichten möchte, kann diese wahlweise im Optionsmenü ausstellen. Der Soundtrack vom bisher gesehenen Spiel ist passend, aber recht unauffällig und dudelt im Hintergrund vor sich hin.

Gesamteindruck

Umfangreiches Strategiespiel auf die Wii zugeschnitten
Übersichtliche, knuddelige Präsentation
Viel Sprachausgabe und angenehme Hintergrundmusik
Sehr gelungene Steuerung
Ansprechender Umfang
Spricht sowohl Anno-Neulinge als auch -Veteranen an
Coop-Modus ähnlich wie bei Super Mario Galaxy
Texturen und Detailreichtum lassen teilweise zu wünschen übrig
Kein vollwertiger Multiplayer
Christian: Anno wirkte beim Anspielen erstaunlich reif, was aber bei einem Blick auf das Releasedatum (20.05.2009) nachvollziehbar ist. Das Gameplay hat mir gut gefallen und die allgemein nette Präsentation trug ihren Teil dazu bei. Ubisoft könnte mit Anno den erhofften Spagat zwischen Core- und Casualzocker tatsächlich bewältigen, denn das bisher zugängliche Testmaterial glänzte durch einen leichten Einstieg, viel Freispielbares und alte Anno-Elemente, welche die Fans an der Serie so schätzen.

Man darf nicht die PC-Versionen als Maßstab für dieses Spiel nehmen und es ist auch keine bloße Portierung, denn im Grunde genommen haben wir hier ein neues Anno, das unter anderem eine neue Fangemeinde ansprechen will.

Meine Einschätzung fällt daher fast durchweg positiv aus, zum absoluten Kracher fehlt noch ein wenig, aber zu einem tollen Aufbauspiel für Jung, Alt und Coregamern taugt es sicherlich.

Samuel: Auch mein Eindruck war durchweg positiv. Eine wuselige Comicgrafik sorgt für viel Übersicht und eine flüssige Darstellung, der Sound erinnert an zahlreiche Strategiestunden und begeistert mit sehr viel und vor allem professioneller Sprachausgabe. Auch die Steuerung lässt kaum Wünsche offen. Das Wiimote-Bauen und -Entdecken gehen wirklich wie Butter von der Hand, egal ob mit oder ohne Nunchuk.

Zu guter Letzt wird wohl auch der Umfang überzeugen, wie abwechslungsreich die Kampagne in Sachen Story ist, bleibt noch abzuwarten, ich bin da aber optimistisch, denn die ersten Kapitel waren sehr gelungen. Auch das Endlosspiel überzeugt mit vielen Einstellungen, die das Spiel sowohl für völlige Strategie- und Annoneulinge (also den größten Teil der Wii-Besitzer) aber auch für ausgehungerte und eingefleischte Fans interessant und fordernd gestaltet.

Viel kann eigentlich nicht mehr schiefgehen und wir dürfen uns endlich auf richtig gute Strategie sowohl für Gelegenheitszocker, als auch für stundenlang daddelnde "Core"-Gamer freuen.

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