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Popstars

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Detailinformationen
Spieltitel: Popstars
Offizielle Wertung der WiiG-Redaktion
Alias: Nicht vorhanden
Spielekonsole: Nintendo Wii
Publisher: SevenOne
Entwicklungsstudio: 
Independent Arts
Kategorie: Musik
Region: Europa (EU)
Format: PAL
Spieleranzahl: 1 Spieler
Mehrspielermodus: Nicht vorhanden
Online: Nein
Alterseinstufung: 
Features: Nicht vorhanden
Herstellerbeschreibung: Nicht vorhanden
Verkaufspreis: 
Amazon.de9,81 EUR zzgl. Versandkosten
Erscheinungsdatum: 17. September 2010

Popstars

Autor: Max Labeschautzky (Metal_Warrior) für WiiG2. November 2010

Es ist Popstars-Time! Über die Qualität der TV-Vorlage kann man streiten, deshalb bleibt die eigentlich im Hinterkopf vorhandene und "Ich will raus!" schreiende Meinung meinerseits, wo sie ist und wir kümmern uns ganz unvoreingenommen um das dazugehörige Spiel. Ob es Fans in seinen Bann ziehen kann und wie es weniger begeisterten Zockern mundet, wollen wir jetzt mit Euch ergründen.

Es war wohl unvermeidbar...

Zwei Spielmodi stehen zur Verfügung und wir stürzen uns gleich voller Vorfreude auf das "Casting", sozusagen der Karrieremodus des Spiels. Als nächstes folgt die Wahl, ob wir mit einer Wiimote und Nunchuk Kombination trällern wollen oder lieber das mitgelieferte Mikrofon benutzen. Wir probieren gleich die stimmliche Variante aus, dann noch flugs einen Avatar gebastelt: Der Editor gibt mir ausreichend Gelegenheit, meine weibliche Seite zu entdecken (will heißen: es stehen nur diverse Teeniegirls zur Auswahl) und bietet jeweils etwa ein Dutzend Frisuren, Hosen, Oberteile, etc. Das ist recht wenig, bietet aber immerhin genügend für einen halbwegs individualisierten Charakter.

Das Abenteuer beginnt mit dem Casting und wir dürfen uns erstmal in einer 3rd Person Perspektive auf dem Gelände umschauen. Mittels Nunchuk bewegen wir unser Mädel herum und sprechen andere Teilnehmerinnen an, um uns vorab schon mal Freundinnen und Feindinnen zu machen. Das ist zweifellos eine witzige Idee, wenn sie denn gut umgesetzt wäre. Tja, wenn schon so eine Bemerkung fällt, kann sich wohl jeder denken, was jetzt kommt: Es wurde nicht gut umgesetzt. In einem furchtbar langsamen Tempo (es gibt keinen Run-Button) bewegen wir uns umher und führen über simple Multiple Choice Dialoge Zickenkriege mit den anderen Damen oder tauschen ab und an ein nettes Wort aus. Wer jetzt an eine ausgefuchste Beziehungssimulation denkt, der denkt zu komplex, denn einen echten Einfluss auf das Geschehen haben wir kaum. Um uns die Zeit bis zum Jury-Aufritt zu vertreiben, können (oder besser gesagt müssen) wir mit einigen Konkurrentinnen ein paar Songs zum warm werden trällern. Zeit, die Gesangserkennung auf Herz und Nieren zu prüfen.

Wie in Karaoke-Spielen üblich sehen wir am unteren Bildschirmrand den Liedtext, während uns Balken in der Bildschirmmitte Hinweise zu Tonhöhe und -länge geben. Soweit so gut, doch damit erschöpft sich das Repertoire an guten Dingen schon direkt wieder. Das erste Problem ist es, dass wir keinen Hinweis bekommen, wann unser Einsatz denn nun startet. Der Text ist da und wird erst dann markiert, wenn wir schon längst losgelegt haben sollten. Dadurch haben Spieler ohne gute Songkenntnisse keine Chance, überhaupt ein Gefühl für den Track zu entwickeln, speziell bei längeren Intros oder eingestreuten Instrumentalsoli. Ebenfalls auffällig: Die Songs laufen nicht in Karaoke-Versionen, sondern werden als ganz normale Radio-Versionen eingespielt, also mit Originalgesang. Inwiefern das nun Standard in Singspielen ist, entzieht sich ehrlich gesagt meiner Kenntnis; daher sollen Genrefans aus dieser Information nun machen, was sie möchten. Ich persönlich finde das als Kenner von "echten" Karaokemaschinen und -bars aber etwas arg billig.
Kommen wir aber endlich zum wichtigsten: Wie gut muss ich denn nun singen, um Punkte zu machen? Die Antwort ist simpel: Gar nicht. Dass man in solchen Spielen auch einfach nur Summen kann und trotzdem ordentlich absahnt, ist keine Neuerung aber nach wie vor ärgerlich. Dass ich aber auch am Mikrofon kratzen, wie ein Affe brüllen oder einfach nur herzhaft hineinrülpsen kann, ist dann doch schon traurig. Selbst beim Versuch, den No Angels den Ton abzudrehen und statt dessen Manowars "Kings of Metal" zu kreischen brachte genug Punkte ein, um im Anschluss sogar gelobt zu werden. Aber es kommt noch besser, denn die beste Benotung bei einem Song von Jeniffer Lopez erhielt ich nicht durchs singen, nicht durchs Husten und nicht durch Summen, sondern durch ein rhythmisches (oder eher zielloses) Herumschwingen des Mikrofons, während ich mit der anderen Hand diesen Text tippte. Ich wusste gar nicht, dass meine Wohnzimmerluft derart talentiert ist! Nun gut, wer Popstars weniger wegen der Punkte, sondern allein aus der Freude am Singen heraus spielt (und für die ist das Spiel wohl eher gemacht), den wird das nicht groß stören. Als Tester muss ich aber nun mal bewerten, wie gut die technischen Hintergründe umgesetzt wurden und das wurden sie eben nicht allzu toll.

The stage is yours!

Kommen wir zurück zum Ablauf des Abenteuermodus. Was hier besonders störend ist, ist die Tatsache, dass wir die eigentlichen Trainingseinheiten grundsätzlich bestehen müssen. Wer da bei einem Song nicht gut abschneidet (sei es mangels Talent oder mangels Lust an einem bestimmten Track) der muss nochmal ran, damit die Story weitergeht. Das ist weder sonderlich motivierend, noch in irgendeiner Form spielerfreundlich gelöst (unabhängig davon wie nahe dieses Vorgehen nun am TV-Vorbild ist). Dieser Ablauf ändert sich auch beim Recall oder den späteren Workshops nicht. Um Abwechslung bemüht sich der Titel zum einen durch seine Sozialaspekte (was nur noch mehr Zickenkrieg bedeutet), Pseudo-RPG Elemente bei denen wir Werte für Singen, Tanzen und Teamwork steigern (was mal so gar nichts bringt) oder einen Battle haben, bei dem wir versuchen unsere Konkurrentin zu demütigen. Der komplette Ablauf ist sehr schnell sehr monoton, qäulend langsam und schlicht furchtbar inszeniert – nie fühlt man sich belohnt, da Zwischensequenzen einfach Mangelware sind – so hat sich der Wechsel von Casting zu Recall durch einen stumpfen Ladebildschirm kenntlich gemacht, nicht aber durch eine ausschweifende Jubelszene. Getragen wird das ganze Geschehen von einer Story, die selbst typische Wrestling-Fehden wie Oscar prämierte Meisterwerke der Dramaturgie erscheinen lassen.

Nachdem das Vorgeplänkel abgeschlossen ist, geht es dann regelmäßig vor die Jury. Die ist übrigens völlig fiktiv, bekannte TV-Gesichter gibt es ergo nicht zu erblicken (zumindest bin ich beim Namen googeln auf der Homepage einer professionellen Stripperin gelandet, statt bei Pro 7). Vor der Jury gilt es einen Song zu singen und anschließend das Tanzbein zu schwingen. Ja, wer ein echter Popstar sein möchte, der muss sich auch bewegen können. Das läuft über einen reichlich nervigen Reflextest ab: Am Bildschirmrand erscheinen Pfeile, in deren Richtung wir den Controller des Nunchuk halten müssen und anschließend im richtigen Timing die Wiimote schwingen. Das Problem ist zum einen die teilweise lausige Erkennung und zum anderen, dass Pfeilrichutng und Schwung-Timing nie so recht zum Song passen wollen. Wer nach Gehör spielt, der verliert meist seine wertvollen Kombopunkte; vielmehr hatte ich weit mehr Erfolg bei heruntergedrehtem Ton und rein visuellem Spiel. Auch wenn dabei die albernen Choreografien nur noch mehr ins Auge stachen.

Nach Tanz und Gesang kommentieren die drei von der Tankstelle noch unsere Leistung, was leider völlig willkürlich passiert und nicht auf unsere speziellen Stärken / Macken eingeht. "Du hast dir aber auch einen schwierigen Song ausgesucht" (ich habe gar nichts ausgesucht) oder "Durch Schreien kommt man hier nicht weiter" (ich habe nicht einen Mucks von mir gegeben) sind da nur zwei Beispiele. Mit all den Macken wird der Karriere Modus schnell zu einer öden Angelegenheit; was reichlich schade ist, sind die Ideen doch gar nicht mal so verkehrt.

Du bist (nicht) in der Band!

Neben dem Casting gibt es noch das schnelle Spiel für Zwischendurch. Leider müssen die meisten der insgesamt 32 Songs erst mühsam im Karrieremodus freigespielt werden. Hier darf alleine oder zu zweit (gegeneinander oder im Coop) gesungen werden, was natürlich eine ganze Ecke mehr Spaß macht. Die Songliste bietet einen bunten Mix mit Songs von 2000 bis 2010, wobei sich das ganze natürlich auf radiotauglichen und kurzlebigen Pop Marke Monrose und Co. beschränkt. Die Qualität der Auswahl kann und will ich nicht beurteilen – das muss jeder selber wissen; ob ihm das zusagt oder nicht. Die Wiedergabequalität der Songs ist hingegen prinzipiell gut, während die restliche musikalische Untermalung einschläfernd daher kommt. Noch schlimmer gibt sich hingegen die Sprachausgabe, die dilettantischer kaum sein könnte und eher an schlecht Synchronisierte Spiele der 90er erinnert. Die Sprecher kommen derart monoton und unnatürlich rüber, dass sich sogar der Eindruck einstellte, es gäbe nur einen männlichen und einen weiblichen Sprecher die alle Rollen übernehmen. Auch unschön der völlig willkürliche Wechsel von Sprachausgabe und reinen Textboxen. OK, Sprache für die Zwischensequenzen und Texte für alles andere ist ein übliches Mittel; Popstars allerdings schwankt völlig ziellos zwischen beiden hin und her – so gibt es gesprochene Minidialoge und stumme Sequenzen.

Doch auch Rest der Technik ist bescheiden ausgefallen. Neben den bereits erwähnten Hampelanimationen stören die häufigen und teilweise recht langen Ladezeiten ebenso, wie die grausige Grafik. Das Kantenflimmern ist überall vertreten, Treppchen sind allgegenwärtig und das Design der Räumlichkeiten ist weitestgehend potthässlich. Texturen und Polygoncount befinden sich auf N64-Niveau; und das ist keine Platitüde sondern tatsächlich so. Die Figuren gehen da noch halbwegs in Ordnung, verlieren ihre wenigen Pluspunkte aber schnell wieder durch die Charmefreiheit, null Wiedererkennungswert und die Tatsache, dass sie noch nicht einmal beim Singen die Lippen bewegen.

Abschließend noch etwas zur Steuerung: Die ist nicht nur langsam, sondern auch nervig. So müssen wir alles, mit dem wir interagieren wollen extra nochmal per Pointer anklicken. Warum ist es nötig, wenn wir uns mittels Nunchuck schon vor eine Person bewegen müssen, sie noch mal extra anzuklicken? Über die Gesangssteuerung per Wiimote wollte ich erst den Mantel des wohlwollenden Schweigens decken, aber da ich gerade in Fahrt bin: Sie ist unterirdisch! Selten hat es ein solch unsaugegorenes und schlicht nicht funktionierendes Konzept auf den Bildschirm geschafft: Gesungen wird hier von selbst, wir müssen lediglich die Tonhöhe bestimmen. Und das machen wir durch Drehen (!) der Wiimote. In Echtzeit. Da kommt man schon bei langsamen Tracks nicht hinterher, startet eine neue Strophe grundsätzlich mit der falschen Tonhöhe (da der Text schon anfängt, bevor wir überhaupt einen Cursor auf dem Schirm haben) und wird zu allem Überfluss auch noch mies erkannt. Wer also allen ernstes zu Popstars greifen möchte, der MUSS ein Mikro mitbringen, sonst sind sich aufrollende Zehennägel vorprogrammiert.

Komm ich jetzt ins Fernsehen?

Netter Zweispieler-Modus
Witzige Ideen im Karrieremodus...
... die alle nicht zu Ende gedacht wurden
Zu wenig Spielmodi
Technik zum Davonlaufen
Steuerungsmacken ohne Ende
Sehr leicht auszutricksen
Kein Original-Cast
Songs müssen erst freigespielt werden

Ich gebe zu: Ich bin keine Koryphäe auf dem Gebiet der Singstar-Klone. Doch Popstars kämpft mit derart vielen offensichtlichen Mängeln, dass diese auch für einen Laien unübersehbar sind. Neben der grausigen Erkennung von Gesang und Gestik kommt ein langweiliger Karrieremodus (den wir leider durchspielen müssen, wollen wir das schelle Spiel ganz auskosten), eine horrende Technik und (das ist für Fans bitter) kaum Serienverwandtschaft – was soll die Popstarslizenz, wenn ich im Spiel nicht "meine" Helden zu sehen bekomme?

Allenfalls ganz große Fans (ob nun vom Gesang oder der TV-Serie) mit ganz kleinen Ansprüchen dürfen einen Blick riskieren; aber um Gottes Willen nicht blind zulangen. Allgemein kann man aber ohne jeden Zweifel behaupten: Es gibt genügend Genrevertreter die besser spielbar sind und mehr in der Trackliste haben als die nächstbeste Girlieband. Und solche besseren Spiele gibt es auch auf der Wii, wer braucht dann noch einen solchen Lizenzschnellschuss? Merke: Gute Ideen (und die hat der Titel tatsächlich) nützen nichts, wenn die Umsetzung selbiger nicht stimmt und selbst die Standards nicht funktionieren wollen.

Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spielspass:
 
35%
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