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Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne


Dieses Spiel besitzen insgesamt 29 Mitglieder
Bewertet wird dieses Spiel mit durchschnittlich 78 Prozent
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Reviews zu diesem Spiel lesen (1 Review)

Titel: Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne
Spielekonsole: Nintendo Wii
Publisher: JoWooD
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Entwicklungsstudio: 
JoWood
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Kategorie: Adventure
Format: PAL
Spieleranzahl: 1 Spieler
Mehrspielermodus: Kein Mehrspielermodus
Online: Nein
Alterseinstufung: 
Besonderheiten: Keine
Veröffentlichung: 21. November 2008
 
Angebote: 
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Offizielle Wertung der WiiG-Redaktion

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Classic meets New Generation

Autor: Dominik Böhm (CrazyPeanut) für WiiG30. Dezember 2008

Bereits zum zweiten Mal treffen Agatha Christies Werke mit Nintendos Heimkonsole zusammen. Die britsche Autorin ist berühmt für ihre Kriminalromane um Miss Marple und Hercule Poirot. Der erste Teil der Reihe, „Agatha Christie: Und dann gabs keines mehr“, gab Anlass dazu, auch den zweiten PC-Teil „Das Böse unter der Sonne“ auf die Wii zu portieren. Ob das interaktive Kriminalabenteuer mörderisch gut ist, verraten wir euch in unserem Bericht.

Mord ist sein Hobby

London, zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Wir befinden uns im Büro eines Mannes, der Poirot heißt und einen schicken, hellen Anzug trägt. Es ist mal wieder Fliegeralarm und der Strom ist ausgefallen. Poirot gegenüber sitzt ein anderer Mann, Hastings genannt. Um sich die Zeit zu vertreiben, will Poirot ihm die Geschichte von den Ereignissen auf Seadrift Island erzählen, wo er seinen Urlaub verbracht hatte. Doch es waren alles andere als ruhige Ferien für ihn. Auf der Insel wurde nämlich ein Mord verübt, so dass Poirot gezwungen war, seinen Beruf auch in den Ferien auszuüben. Der Belgier ist ein bekannter Meisterdetektiv und berühmt für seinen Spürsinn. Um auch Hastings die Chance zu geben, den Fall zu lösen, will Poirot die Geschichte möglichst lebendig nacherzählen und lässt Hastings sein Handeln steuern, indem dieser über Poirots Vorgehen entscheidet. Solltet ihr einmal in eine Sackgasse geraten sein, wird Poirot euch hilfreich zur Seite stehen. Oder genauer gesagt, der Finger des Verdachts, dessen Funktionsweise ihr auch anhand von sieben Hinweisen klären müsst.
Bevor ihr jedoch eure Reise auf die Insel antretet, müsst ihr erst einmal das Büro des Meisterdetektivs untersuchen, um euch für euer Abenteuer zu rüsten. In alter Point’n’Click-Manier nehmt ihr alles, was halbwegs nützlich aussieht und nicht fest verschraubt oder vernagelt ist, mit. Ihr schnappt euch eine Tasche, mit der ihr alle gefunden Gegenstände transportiert und nehmt den Notizblock vom Schreibtisch. In ihm werden wichtige Dokumente gelagert und eure Verdächtigen und ihr Alibi hinterlegt. Mit der Stoppuhr könnt ihr die Zeit messen, die man braucht, um von einem Ort zum Tatort zu gelangen. Noch schnell ein Bild abgehängt, mit dem ihr ab sofort zwischen Seadrift Island und Poirots Büro wechseln könnt, dann habt ihr alle Utensilien beisammen und eure Reise kann beginnen...

Der Mörder ist immer der Gärtner...

Ihr findet euch in einem Zimmer wieder, in dem Poirot sein Quartier aufgeschlagen hat. Bereit, den Mordfall zu untersuchen, aber Moment mal... welcher Mord? Die Story setzt nämlich einen Tag vor dem tragischen Todesfall an. So macht ihr euch frohen Mutes auf, um das Hotel zu erkunden. Doch nach einigen Gesprächen erfahrt ihr von Drohbriefen, gestohlenen Schreibmaschinen und feindlichen U-Booten an der Küste. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Poirot bereits: Es ist etwas Böses unter der Sonne.
Die Story kommt so erst langsam in Gang und schleppt sich anfangs mühselig dahin. Die Spannung kommt erst mit dem Mordfall auf die Insel, vorher müsst ihr euch mit trivialem Kleinkriminalismus herumschlagen.
Elementar für das Spiel ist das Interagieren mit den verschiedenen Hotelgästen und anderen Bewohnern der Insel. Dazu gehören auch die Dialoge zwischen den Personen. Leider werden sie immer nach dem Schema abgearbeitet, dass man nur alle Fragen, die zur Auswahl stehen, der Reihe nach stellen muss. Man muss einfach nur den Antworten lauschen und nicht durch eigenes Denken glänzen. Zumal die Charaktere auch noch auf der ganzen Insel und dem Festland verteilt sind und man so ständig auf der Suche nach ihnen umherirren muss. Die langen Wege über zig Bildschirme hinweg sind mit der Zeit ermüdend und langweilig.
Während ihr so widerwillig durch die Landschaft stapft, könnt ihr die Gelegenheit nutzen, einige Gegenstände in eure Tasche wandern zu lassen. Ihr lasst hier mal eine Schaufel mitgehen und nehmt dort mal einen Schraubenzieher mit, in weiser Voraussicht ihn irgendwann im Laufe des Abenteuers gebrauchen zu können. Die Rätsel, die mit gesammelten Utensilien zu lösen sind, sind meistens fair und regen die grauen Zellen zum Denken an, werden aber Rätselfreunde nicht vor eine schwere Aufgabe stellen. Einige dieser Rätsel wurden an die Bedienung mit der WiiMote angepasst und nutzen ihre speziellen Eigenschaften. Die Tatsache, dass jedoch nur völlig sinnlose und banale Tätigkeiten wie das Drehen eines Schraubenziehers zu bewältigen sind, lässt die Hoffnung auf ein paar Knobeleien endgültig platzen.
Nachdem das Abenteuer ab dem Zeitpunkt des Mordes an Spannung zunimmt, wird auch das spielerische Erlebnis zunehmend besser. Das Ganze findet bei der Verkündung des Mörders seinen Höhepunkt. Vor versammelter Runde im Speisesaal des Hotels gibt Poirot Schritt für Schritt die Ergebnisse seiner Ermittlungen bekannt und ihr müsst ebenfalls eure grauen Zellen anstrengen, da ihr aus Poirots Ausführung zu jeder Frage die richtige Antwort wählen müsst. Wir wollen euch nicht die Spannung nehmen und das Ende verraten, aber es ist ein spektakulärer und tragischer Schluss.

Altbewährtes neu verpackt

Für die Steuerung wurde die naheliegenste Variante gewählt: Mit der Pointerfunktion dirigiert ihr die Spielfigur durch die Insellandschaft. Im Prinzip genügt es daneben nur noch einen Knopf zu nutzen, da der Cursor alle Aktionen übernimmt und als Universalinstrument dient. Ihr könnt sprechen, laufen, Gegenstände nehmen, Treppen benutzen und noch viel mehr. Welche Aktion jeweils möglich ist, zeigt ein kleines Icon im Cursor an.
Als Menü dient eine nicht sichtbare Leiste, die sich ausklappt, wenn man mit dem Zeiger an den oberen Bildschirmrand fährt. So könnt ihr zurück ins Büro wechseln, euren Notizblock einsehen und euren Spielstand speichern.
Insgesamt funktioniert die Steuerung gut und ist einfach zu handhaben, jedoch fehlt jeglicher Funke Innovation und die Anpassung an die Wii-Version durch spezielle, sinnvolle (!) Rätselelemente.

Happy End?

Schöne Zwischensequenzen
Adventure mit Retrofeeling
Spannende Story...
...die erst ab der Mitte Fahrt aufnimmt
Viel Hin- und Hergerenne
Schwache Rätsel
Unleserliche Bedienungsanleitung
Dass Agatha Christie nicht für alle Zocker geeignet sein wird, war von vornherein klar. Wer mit Point’n’Clicks wie Maniac Mansion nichts anfangen kann, der kann auch an Agatha Christie Spielen getrost vorbeigehen. Die Frage ist jedoch, ob Genrefans mit diesem Titel glücklich werden.

Diese Frage ist äußerst schwer zu beantworten. Keine Frage, die Story ist grandios und stammt nicht umsonst von einer Bestsellerautorin. Jedoch ist der Einstieg bis zum Mord schleppend und langweilig. Das ständige Suchen der Charaktere trägt sein Übriges zur Langeweile bei. Es ist nicht auszuschließen, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl an Spielern das Game in dieser Zeitspanne in die Ecke legen und nicht mehr so schnell herausholen wird. Was schade ist, denn in der zweiten Spielhälfte trumpft Poirot richtig auf.
Die Technik ist akzeptabel und die Steuerung funktioniert gut, wobei man keine großen Extrawürste für eine angepasste Steuerung erwarten sollte.

Schlussendlich kann man keine generelle Kaufempfehlung abgeben. Wer sich trotz der Kritik mit dem Titel anfreunden kann, sollte die PC-Demo testen und wird seinen Gefallen daran finden oder sie nach kurzen Anspielen wieder von der Festplatte löschen.

Vielen Dank an Jowood für das bereitgestellte Testexemplar!

Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spielspass:
 
64%
Offizielle Wertung des Spiels der WiiG-Redaktion.


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